Ein Projekt für die Zukunft
Shownotes
Links in dieser Folge:
Kein Täter werden: https://www.kein-taeter-werden.de/
Das Hilfe-Portal Sexueller Missbrauch: https://www.hilfe-portal-missbrauch.de/startseite
HILFE FÜR MENSCHEN, DIE SICH SEXUELL ZU KINDERN HINGEZOGEN FÜHLEN
Das Präventionsnetzwerk „Kein Täter werden“ bietet deutschlandweit ein kostenloses und durch die Schweigepflicht geschütztes Behandlungsangebot für Männer und Frauen, Erwachsene und Jugendliche, die therapeutische Hilfe suchen, weil sie sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlen.
Ziel ist es, sexuelle Übergriffe durch direkten körperlichen Kontakt oder indirekt durch den Konsum oder die Herstellung von Missbrauchsabbildungen im Internet (sogenannte Kinderpornografie) zu verhindern.
Sie selbst fühlen sich sexuell zu Kindern hingezogen oder kennen jemanden, der unter einer Pädophilie bzw. Hebephilie leiden könnte? Dann finden Sie hier mehr Informationen und den Kontakt zu "Kein Täter werden."
SELBST BETROFFEN VON SEXUELLER GEWALT?
Hier gibt es Hilfe: Das Hilfe-Portal Sexueller Missbrauch bietet Betroffenen, Angehörigen und Fachkräften einen schnellen Zugang zu Hilfe und Beratung. Auch Menschen, die sich Sorgen um ein Kind machen oder Fragen zum Thema haben, erhalten hier Unterstützung. Eine deutschlandweite Datenbank lotst die Nutzer:innen zu passenden Beratungsstellen, Krisendiensten, Psychotherapeut:innen oder Anwält:innen.
Rufen Sie an – auch im Zweifelsfall
Sprechen Sie mit den Berater:innen beim Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch. Ihr Anruf ist anonym und kostenfrei: 0800 22 55 530
Transkript anzeigen
00:00:00: In diesem Podcast geht es um Pädophile, Kindesmissbrauch und damit zusammenhängende Taten und Ereignisse.
00:00:08: Die Geschichten der Therapeuten und Pädophilen sind so in Wirklichkeit passiert.
00:00:13: Auch das Thema Sexualität und verschiedenste sexuelle Neigungen werden besprochen.
00:00:18: Sollten die diese Themen unbehagen bereiten, schalte nun lieber weg.
00:00:22: Und wenn da seinen jungen Menschen trifft, dessen Traumberuf Kindergärtner ist oder Erzieher ist,
00:00:27: dann hat oder Lehrer, dann hat dieser junge Mensch in dem Moment nicht nur ein Strafverfahren an der Backe,
00:00:33: dass er ja auch emotional gar nicht, also es ist ja furchtbar so was zu erleben,
00:00:38: Eltern, die damit völlig überfordert sind und die plötzlich sehr, sehr viel Geld für gute Anwälte zahlen müssen
00:00:44: und dann natürlich auch noch die Konsequenz, diesen Traumberuf zum Beispiel nie ergreifen zu können,
00:00:50: die machen einmal einen Blödsinn, unüberlegt und sind dann tatsächlich für viele Jahre und Umständen für ein ganzes Leben davon beeinflusst.
00:00:59: Und das hat mich sehr betroffen gemacht, weil eben diese jungen Menschen dann in meiner Praxis saßen und trotz und Wasser geheult haben,
00:01:06: wenn klar wurde, was das eigentlich für sie bedeutet hat.
00:01:09: Kein Täter werden, ein Leben mit Pädophilie, der Podcast.
00:01:13: Here we go again, herzlich willkommen und danke fürs Reinhören.
00:01:16: Kein Täter werden, ein Leben mit Pädophilie.
00:01:19: So heißt unser Podcast, wir reden hier über die Themen, über die ja manch andere vielleicht so ein bisschen den Mantel des Schweigens hüllt,
00:01:28: aber auch so eine Sache, das habe ich ganz schnell gelernt, unsere Themenkomplexe sind so vielfältig.
00:01:32: Da haben wir immer so viel zum Quatschen, dass es thematisch auch mal wo ganz anders hingehen kann.
00:01:37: Heute zum Beispiel reden wir über ein Thema, das man jetzt nicht sofort mit kein Täter werden, zumindest ich, verbindet.
00:01:44: Super interessantes Thema, über das wir hier heute sprechen.
00:01:48: Bei uns ist eine Schulpsychologin zu Gast, ich werde dich gleich vorstellen.
00:01:52: Und zwar geht es um das Thema Schüler und, wie sage ich das jetzt, Schüler und Sexualität ist wahrscheinlich zu groß gefasst,
00:02:00: aber viele Eltern werden das vielleicht kennen oder vielleicht schon mal erlebt haben.
00:02:06: Ich hoffe es nicht, dass Dinge auf den Handys, auf den Tablets, auf den PCs von ihren Kindern sind, die dort vielleicht nicht sein sollten.
00:02:15: Das muss jetzt gar nicht unbedingt ein Pono sein, das kann auch schon viel harmloser sein, das können irgendwie blöden Internet-Trends sein,
00:02:23: bei denen man aber den persönlichen Raum eines anderen Mitschidos zum Beispiel überschritten hat.
00:02:30: Und das kann dann auch sehr schnell, sehr oft strafrechtlich relevant sein.
00:02:35: Und genau deswegen, Lissi, hast du ein Projekt, dir erdacht, würde ich jetzt mal behaupten, über das wir jetzt heute sprechen werden.
00:02:44: Ganz genau.
00:02:45: Die Elisabeth Quentler, Darmob, Psychologische Psychotherapeutin von der Universitätsklinik ULM
00:02:50: und auch mit einer eigenen niedeglassenen Praxis.
00:02:54: Ich habe was vergessen. Elisabeth, das tut mir leid, du bist ja Dr. Elisabeth Quentler, Adamos, seit Kürzen.
00:03:03: Herzlichen Glückwunsch dazu nochmal.
00:03:05: Dankeschön.
00:03:06: Schön, dass du wieder da bist. Das freut mich, weil ohne dich hätten wir hier nun Typen der blöde Fragen stellt.
00:03:11: Du bist die Korrifel für uns.
00:03:13: So, ich darf mich auch noch vorstellen, mein Name ist Nico Walz.
00:03:16: Kurzer Blick zurück, bevor wir eine nach vorne richten.
00:03:19: Ihr habt es ja bereits in der letzten Folge gehört.
00:03:21: Wir sind wieder da.
00:03:22: Ja, der Podcast war ja eigentlich nach den sieben Folgen abgeschlossen.
00:03:26: In den letzten zwei Jahren ist aber bei kein Täter werden bei der Elisabeth bei mir so viel passiert,
00:03:31: dass wir gesagt haben, komm, wir haben Bock drauf, wir machen jetzt einfach mal weiter.
00:03:35: Wir schauen mal, wo die Reise hingeht.
00:03:36: Wir wissen noch nicht, wie viele Folgen es am Ende werden, je nachdem, was die Themenlage hergibt.
00:03:41: Da habe ich ja auch schon alles oder haben wir schon in der letzten Folge ein bisschen darüber geriet Elisabeth.
00:03:47: Wenn euch das überhaupt nicht bekannt vorkommt da draußen, dann würde ich euch empfehlen,
00:03:51: drückt die jetzt kürze auf die Stopp-Taste, geht zu Folge Nr. 8 und hört euch erst die an,
00:03:56: erklären wir alles ganz genau.
00:03:58: Wir sehen so ein bisschen, was in den letzten zwei Jahren passiert ist.
00:04:01: Wir haben ja zum Beispiel auch einen Preis gewonnen.
00:04:03: Dafür nochmal hier herzlichen Glückwunsch an uns.
00:04:05: Danke schön.
00:04:06: Gut, genug genug redet.
00:04:09: Jetzt lasst uns da vorne schauen.
00:04:10: Wir haben nämlich heute einen Gast, Sandra Kandert, Schulpsychologin und Mathelehrerin
00:04:15: und Konrektorin an der Ingearchscholle Realschule im Fuhl. Hallo Sandra.
00:04:19: Ja, hallo. Vielen Dank für die Einladung.
00:04:22: Freu mich sehr, dass ich heute dabei sein darf.
00:04:24: Mich freut es auch. Ingearchscholl Realschule, da haben bei mir alle Klocken geklingelt.
00:04:28: Die Welt ist nämlich super klein und ich sage es jetzt einmal am Anfang, das war wirklich ein Zufall.
00:04:32: Wir haben hier nichts bewusst beeinflusst.
00:04:35: Die Elisabeth kam irgendwann zu mir und sagte, du Nico, ich habe da ein total geiles Projekt,
00:04:40: das führen wir an Schulen durch und da war ich neulich an der Ingearchscholl Realschule
00:04:44: im Fuhl Bayern für die, die das nicht wissen.
00:04:47: Und dann meinte ich, boah, wie Fuhl in der Ingearchscholl Realschule war ich doch als,
00:04:53: ja, vor 13 Jahren Schüler, wie kannst du da, wie bist du, was ist denn das von Zufall?
00:04:59: Und ja, es ist tatsächlich einfach ein Zufall gewesen, dass das Ganze zustande gekommen ist.
00:05:03: Es gibt noch mehr Zufälle, zu denen kommen wir später.
00:05:05: Auch noch, die Welt ist klein, vor allem hier in und um Ulm anscheinend,
00:05:10: aber ist ja ein schöner Zufall. Wir zwei kennen uns leider nicht mehr, Sandra.
00:05:13: Du bist erst an die Schule gekommen, da war ich schon weg.
00:05:16: Ja, das ist natürlich die erste Frage, die stellt sich, was macht denn eine psychologische Psychotherapeutin,
00:05:21: die mit, mit Pädophilen arbeitet, auf einmal an einer Realschule?
00:05:27: Elisabeth, vielleicht kannst du uns erst mal kurz erzählen, was ist das von Projekt,
00:05:32: das du mir so toll angeteasert hast, was macht ihr da und wie kamst du auf die Idee?
00:05:38: Fangen wir vielleicht erst mal an, erklär erst mal, was ist das Projekt überhaupt?
00:05:41: Um was geht's da? Was machst du an Schulen?
00:05:43: Ja, also das Ganze hat eigentlich das Ziel, dass wir bisher mit erwachsenen Tätern gearbeitet haben
00:05:51: und in meiner Praxis und auch bei unserem Projekt "Kein Täter werden" zunehmend
00:05:57: jüngere Menschen sich gemeldet haben oder auch Eltern, die gefragt haben,
00:06:03: was ist mit meinem Kind los, was kann ich tun?
00:06:06: Und ich dann festgestellt habe, so über die Zeit, dass einfach die Menschen jünger werden,
00:06:12: die glauben, pädophil zu sein auf der einen Seite, aber eben auch diejenigen,
00:06:16: die immer jünger werden, die möglicherweise auch sogenanntes übergriffiges Verhalten zeigen.
00:06:22: Und so hatte ich irgendwann einmal die Idee, ich muss da was machen, ich möchte da gerne was machen.
00:06:29: Ich habe ja schon öfters gesagt, ich bin ja auch Kindergärtnerin und Erzieherin im ersten Beruf,
00:06:33: das heißt Kinder, sie mir ohnehin ein großes Anliegen.
00:06:36: Und dadurch habe ich dann irgendwann diese Idee gehabt, ich muss da was tun und was anbieten.
00:06:41: Und habe dann eben, wie du schon vorhin gesagt hast, bei Sandra angerufen in der Schule
00:06:47: und habe also das mal so angekündigt, dass ich da eben dieses Thema Sexualität gerne transportieren würde.
00:06:53: Wir haben darüber gesprochen und Sandra war ganz begeistert
00:06:57: und wir haben das dann gemeinsam vorangetrieben.
00:07:00: Und ich glaube, da müssen wir jetzt das erste Mal, also muss ich erst das erste Mal kurz einhaken,
00:07:04: da muss man nämlich differenzieren, "Kein Täter werden" ist ja eigentlich die Arbeit mit Tätern.
00:07:09: Das ist dein Job, das machst du dort größtenteils natürlich.
00:07:13: Ich weiß, du arbeitest auch mit Angehörigen zum Beispiel.
00:07:17: Aber als du mir das erzählt hast, dachte ich sofort, okay ihr klärt Kinder auf, ihr macht Opferschutz.
00:07:25: So war mein Gedanke.
00:07:27: Aber bei dir ist es genau anders drum.
00:07:29: Du redest hier teilweise, also zumindest der Initialgedanke, war ein Anführungsstrichen "Tätergedanke".
00:07:36: Was machen Kinder oder was passiert da an Schulen, dass du dachtest, da wäre vielleicht Aufklärung sinnvoll?
00:07:45: Also zunächst ist es ja so, dass ich tatsächlich auch im Projekt "Kein Täter werden" nicht mit Tätern automatisch arbeite,
00:07:51: sondern ja mit pädophilen Menschen.
00:07:53: Ich habe eine Grundregel vergessen, es tut mir leid.
00:07:55: Ja, darüber haben wir in den anderen Fests schon ein paar Jahre her, tut mir leid.
00:07:58: Es ist gar kein Problem, ich darf es ja klarstellen, das ist doch gut.
00:08:01: Genau, aber tatsächlich ist das die Seite, von der ich diese Idee hatte, also tatsächlich nicht vorrangig,
00:08:09: mich sozusagen um Opferschutz zu kümmern, obwohl das ja natürlich auch mein großes Anliegen auch in dem Projekt "Kein Täter werden" grundsätzlich ist.
00:08:17: Aber es gab so Situationen, wo möglicherweise, was ich Eltern haben mich angerufen, haben gesagt,
00:08:23: also mein Sohn hat jetzt eine Anzeige am Hals, er hat damit eine Mädchen am Klo irgendwas gemacht.
00:08:29: Und natürlich waren Eltern sehr aufgebracht, das hat natürlich auch zu Konsequenzen geführt
00:08:36: und das hat mich sehr betroffen gemacht, weil ich so das Gefühl hatte oder so die Vorstellung hatte,
00:08:42: dass Kinder oder heranwachsende manchmal gar nicht bewusst übergriffiges Verhalten zeigen.
00:08:50: Das kann natürlich auch pubertär, sexualisiert eingefärbt sein und dann zu einem großen Eklavühren am Ende.
00:08:58: Und das sind halt Momente, wo ich gedacht habe, da müsste man frühzeitig Kindersensibilisieren,
00:09:05: dass eben auch andere Menschen Grenzen haben und auch eben genau in Bezug auf Körperlichkeit, auf Sexualität, ganz klare Grenzen sind.
00:09:15: Und daher war grundsätzlich meine Idee, eben zunächst mal da aufzuklären, um Täter schafft zu verhindern.
00:09:24: Und dazu möchte ich noch ganz kurz ergänzen, dass wir natürlich hier auch von diversen Bilddarstellungen oder Abbildungen sprechen,
00:09:32: die Missbrauchsverhalten zeigen oder eben auch eigene Abbildungen, Fotos von dem eigenen Körper, die verschickt werden.
00:09:40: Da sprechen wir dann auch natürlich von Missbrauchsabbildungen und kinderpornografischen, so genannten kinderpornografischen Schriften.
00:09:48: Das ist der juristische Fachgebrauch, Fachwort dafür.
00:09:52: Und das war mir einfach ein ganz großes Anliegen, aufzuklären und die Kinder davor zu schützen, unabsichtlich Täter zu werden.
00:10:01: Also das war sozusagen der erste Aspekt.
00:10:04: Genau, also wir gehen ja auch noch gleich dann genau dazu über, was ihr dann an der Schule gemacht habt.
00:10:09: Es gibt nämlich natürlich auch noch den anderen Aspekt.
00:10:11: Aber was du gerade angesprochen hast, das kann ich mir total gut vorstellen, gerade heute in diesem digitalen Zeitalter,
00:10:18: da werden so schnell Bilder und Videos rumgeschickt, die man nicht rumschicken sollte, wenn ich jetzt zurückdenk.
00:10:26: Also ich war auf der Realschule im Pool, ich habe meinen Abschluss da 2010, 2011 gemacht.
00:10:33: Das war so die Zeit, da gab es so die ersten Handys, wo man so mit Infrarot irgendwie Zeug rumschicken konnte.
00:10:39: Und ohne dass ich da jetzt ins Detail gehe, auch da weiß ich, dass Mitschüler Zeug auf ihrem Handy hat und rumgeschickt haben,
00:10:46: was nach rechtlichen Maßstäben wahrscheinlich nicht in Ordnung ist.
00:10:50: Und ich kann mir vorstellen, dass das heute noch viel schlimmer ist.
00:10:53: Manchmal völlig unbewusst, schätze ich mal bei den meisten Schülern, Sandra, vielleicht kannst du uns damit nehmen.
00:10:58: Wie groß, wie akut ist denn das Problem?
00:11:00: Ist es wirklich so, dass da regelmäßig was passiert bei euch oder allgemein,
00:11:04: du arbeitest ja noch mehr in Schulen hier im Kreisen Neu-Ulen zusammen?
00:11:08: Ja, es ist tatsächlich so, dass das deutlich zugenommen hat, die Thematik.
00:11:12: Also dass immer wieder Eltern kommen, Schüler selber, Mitschüler, die beobachten, dass Fotos verschickt werden,
00:11:23: auch Nacktbilder, auch das Thema Sexting, wo einfach eine Liebesbeziehung besteht
00:11:32: und dann der Partner fragt, schick mir doch mal ein Foto, das wird von den Schülern gemacht,
00:11:38: weil da einfach gewisse Abhängigkeit da ist.
00:11:40: Die Fotos kursieren dann an zwei, drei Schulen plötzlich, weil einfach das weiter verschickt wird
00:11:46: und dann massiver Leidensdruck bei den Jugendlichen entsteht
00:11:49: und das also in eine Dimension führt, wo dann südcidale Gedanken da sind, wo das kaum zu stoppen ist.
00:11:58: Also das ist wirklich eine große Dynamik auch zum Thema Mobbing.
00:12:02: Es ist einfach Thematik, dass Fotos gemacht werden, auch Lehrer werden fotografiert,
00:12:08: Körperteile von Lehrern, es ist schon und das Bewusstsein bei den Schülern ist oft nicht da,
00:12:15: dass es einfach wirklich eine Straftat ist, also sowohl Fotos machen, das Recht am eigenen Bild,
00:12:20: als auch Dinge anzuschauen und das Thema Pornos anzuschauen,
00:12:26: das ist definitiv jetzt nicht in der breiten Masse, aber es ist Thema auch während des Unterrichts,
00:12:32: es ist so, mal einfach guckt, wie weit kann ich gehen, das ist schon bei unserer Schule jetzt auch zunehmend verbreitet
00:12:38: und die Hemmschwelle wird immer geringer, das ist etwas, was wir auch wahrnehmen
00:12:42: und da ist Aufklärung sehr, sehr wichtig und ja, das ist unser großer Auftrag im Moment da.
00:12:49: Auch das Verschicken ist ja glaube ich, das ist ja ein vervielfältigen Praktisch,
00:12:53: das ist ja auch wahrscheinlich ein Problem, Hemmschwelle kann ich mir vorstellen,
00:12:57: die Kinder werden heutzutage mit so viel Medien und so viel Plattform bombardiert förmlich,
00:13:02: dass dann eine gewisse Abstumpfung schätze ich mal stattfindet, oder Lisa Bett, wie kann man das so nennen?
00:13:08: Ja, würde ich schon sagen, also dadurch, dass wir ja heute ganz schnell Zugriff auf sämtliche Medien haben,
00:13:15: egal ob das Kriegsberichte sind, ob das Tötungen sind, die im Internet ganz leicht abzurufen sind
00:13:22: und unter Kindern und Jugendlichen kursieren, das sind ja Inhalte, mit denen die Kinder völlig überfordert sind.
00:13:27: Also die können das ja emotional und auch inhaltlich gar nicht, also kognitiv gar nicht einsortieren
00:13:34: und verstehen, worum es da tatsächlich geht und das ist natürlich eine riesen Gefahr.
00:13:38: Also Internet ist einerseits natürlich ein Segen und andererseits ist es ein enormer Fluch,
00:13:43: insbesondere wenn wir nicht dafür sorgen, dass Kinder da einfach sensibilisierten Umgang damit haben,
00:13:50: einen guten Umgang damit haben und das ist eben ein ganz ganz wichtiges Anliegen,
00:13:55: dass wir auch mit diesem Projekt gerne verfolgen wollen und eben das ein Stück Desensibilisierung bewirken.
00:14:02: Lass uns kurz, bevor wir dann wirklich konkret aufs Projekt kommen, vielleicht noch ganz kurz über die Konsequenzen sprechen.
00:14:08: Ich habe ja schon das Gefühl, dass die Strafverfolgungsbehörden in den letzten Jahren das Ganze ein bisschen näher unter die Lupe nehmen,
00:14:15: vielleicht noch nicht so sehr, wie sie müssten manchmal, aber es wird schon immer mehr Thema.
00:14:19: Also ein Beispiel, ein regionales Beispiel von hier, von dem ich weiß, weil ich auch Leute kennen, die tatsächlich betroffen sind.
00:14:26: Das Unmormünster kennen ja vielleicht ein paar höchste Kirchstürm in der Welt,
00:14:30: noch so lange da in Barcelona die Kathedrale nicht fertig ist.
00:14:33: Da es gab es auch vor einem Jahr oder vor zwei in Suizid und das ist auch gefilmt worden.
00:14:40: Und das ging hier in Ulm rum wie, also es hatte echt fast jeder auf dem Handy.
00:14:46: Ich kann mir vorstellen, wahrscheinlich auch bei euch in der Schule ging das rum
00:14:50: und ich weiß, dass das Polizeipräsidium Ulm da ganz rigoros hinterher war
00:14:57: und Leute ermittelt hat, die das verschickt haben oder auch bekommen haben.
00:15:03: Und da gab es dann jetzt gerade im Moment, glaube ich, einige Verhandlungen und dann auch Urteile,
00:15:11: die nicht so rosig für die Menschen ausgefallen sind, die das verschickt haben.
00:15:16: Ist das jetzt nur mein Gefühl, dass das aktiver angegangen wird oder ist es tatsächlich so?
00:15:23: Nein, also das ist auch mein Gefühl tatsächlich.
00:15:25: Das war ja eben auch einer der Aspekte, wodurch ich überhaupt erst auf diese Idee kam.
00:15:30: Ich hatte bei mir in der Praxis zum Teil jugendliche Sitzen, die noch nicht einmal volljährig waren
00:15:37: und die eben solche Abbildungen dann selber auf ihr Handy hatten,
00:15:42: das wäre der Besitz von kinderpornografischen Schriften,
00:15:45: und die dann auch in so Peer Groups, in so WhatsApp-Gruppen oder so verschickt haben
00:15:52: ohne wirklich inhaltlich sich damit auseinandergesetzt zu haben
00:15:56: und zu realisieren, dass das strafbares Material ist
00:15:59: und die dann ermittelt wurden und tatsächlich Verurteilungen erfolgt sind.
00:16:04: Und wenn da seinen jungen Menschen trifft, dessen Traumberuf Kindergärtner ist oder Erzieher ist,
00:16:09: dann hat oder Lehrer, dann hat dieser junge Mensch in dem Moment nicht nur ein Strafverfahren an der Backe,
00:16:16: dass er ja auch emotional gar nicht, also es ist ja furchtbar so was zu erleben,
00:16:20: Eltern, die damit völlig überfordert sind und die plötzlich sehr, sehr viel Geld für gute Anwälte zahlen müssen
00:16:26: und dann natürlich auch noch die Konsequenz, diesen Traumberuf zum Beispiel nie ergreifen zu können,
00:16:32: weil sie, und das klingt natürlich jetzt sehr, ja wie soll ich sagen, als würde ich so ein bisschen kleinreden,
00:16:39: das möchte ich gar nicht, aber die machen einmal einen Blödsinn, unüberlegt
00:16:44: und sind dann tatsächlich für viele Jahre und Umständen für ein ganzes Leben davon beeinflusst
00:16:50: und das hat mich sehr betroffen gemacht, weil eben diese jungen Menschen dann in meiner Praxis saßen
00:16:55: und trotz und Wasser geheult haben, wenn klar wurde, was das eigentlich für sie bedeutet hat.
00:17:00: Wir drei sind alle keine Juristen, das ist vorne weg, aber wie ist denn das mit Strafen?
00:17:05: Muss man damit Geldstrafen rechnen? Gibt es sogar vielleicht Freiheitstrafen?
00:17:09: Ich finde es ja auch ganz spannend, wie ist das dann, wenn ich das geschickt bekomme?
00:17:12: Also es ist ja nicht so, dass ich mir aussuche, dass mir das jemand schickt.
00:17:15: Komm ich da straffrei weg, wenn ich es gleich wieder lösche
00:17:18: oder bin ich automatisch im Fokus der Ermittlung? Wie ist denn da die Sachlage überhaupt?
00:17:23: Ich bin jetzt ja auch weder exekutiv noch bin ich Anwalt, aber ich habe natürlich viel mit diesen Dingen auch zu tun
00:17:30: und es ist natürlich schon so, dass auch die Richter und die Gerichte selbstverständlich auch prüfen,
00:17:36: unter welchen Umständen hat wer welches Bild A bekommen, hat das gelöscht oder nicht gelöscht.
00:17:42: Und das wird natürlich alles auch bei der Strafzumeissung sozusagen zu Gunsten und zu Lasten abgewogen.
00:17:49: Und letztendlich ist es tatsächlich so, dass von den Menschen, die bei mir in der Praxis waren,
00:17:55: die das jetzt nicht böswillig und in großer Zahl sozusagen besessen und oder verbreitet haben,
00:18:02: dass die sehr häufig mit Bewährungsstrafen sozusagen davon kamen, aber eben die Konsequenz, wie beispielsweise Berufsverbot,
00:18:11: eine Konsequenz ist die natürlich ganz ganz schlimm ist für diese jungen Leute.
00:18:17: Und dann haben die diesen Eintrag im Führungsregister und haben dann natürlich auch viele Jahre damit zu rechnen,
00:18:24: dass immer wieder Dinge nicht gelingen, was sie sich nach Amerika fliegen, beispielsweise fällt mir jetzt gerade noch so spontan ein,
00:18:31: also es sind einfach ganz ganz viele Einschränkungen damit verbunden.
00:18:36: Die können auch keine Jugendgruppen mehr leiten, wenn denn unter Umständen auch da ein Führungszeugnis notwendig ist,
00:18:43: um sich da sozusagen zu beweisen. Also das sind einfach sehr sehr viele Folgen,
00:18:49: ganz abgesehen von der juristischen, da eine Bewährungsstrafe zu bekommen oder vielleicht eine Geldstrafe zu kriegen.
00:18:55: Manchmal sind es auch Sozialstunden. Also das ist ja eigentlich gerade im Jugendstrafrecht schon auch ein Mittel der Wahrheit,
00:19:00: denn wir wollen ja auch diesen erziehrischen Aspekt mit abdecken und nicht nur bestrafen.
00:19:06: Ja und dann müssen sie ja Sozialstunden ableisten, je nachdem welche Anzahl und haben dann ihre Strafe sozusagen zunächst mal verbüsst.
00:19:16: Sandra, wie ist es denn, wenn ihr als Lehrer jetzt so Material auf Handys seht oder den Hinweis bekommt,
00:19:23: da hat ein Schüler was auf dem Handy, wie geht ihr dann vor?
00:19:27: Weil ich meine ihr dürft ja wahrscheinlich nicht einfach das Handy nehmen von einem Schüler und durch das anschauen.
00:19:31: Nein, das dürfen wir nicht. Also wir dürfen auch nicht in die Tasche.
00:19:35: Also das ist meistens bekommen wir Material oder wir kriegen das gesagt durch Mitschüler,
00:19:40: dass irgendwas kursiert in der Klasse, dass jemand Bildmaterial auf dem Handy hat,
00:19:46: das in der WhatsApp-Gruppe was erkennbar ist und diese Schüler zeigen uns das dann auf ihrem Handy,
00:19:52: dass sie eben Teil dieser WhatsApp-Gruppe sind. Wir dürfen das natürlich nicht abfotografieren.
00:19:56: Wir dürfen das Material nicht haben. Wir bitten, das ist manchmal sehr schwierig, die Schüler,
00:20:01: dass sie eben das Material uns erstmal zur Verfügung stellen, dass wir da damit arbeiten können.
00:20:08: Wir sind natürlich dann sofort im Austausch mit der Klassenleitung.
00:20:12: Wir hören uns natürlich an, ob die Schüler wissen, ob da noch weitere Bilder kursieren
00:20:18: und wie stark auch der Leidensdruck ist. Also es ist immer unterschiedlich, was da natürlich je weiter schon eskaliert ist.
00:20:23: In manchen Fällen kommen die Schüler auch selber, weil sie dann einfach am Ende sind.
00:20:28: Ich habe da was gemacht und jetzt nimmt das die und die Ausmaße an, aber es ist eher der seltenere Fall.
00:20:33: Und dann holen wir natürlich die Eltern ins Boot. Das ist ein ganz wichtiger Aspekt.
00:20:38: Da ist natürlich unterschiedlich, also je nachdem, wenn sie jetzt eher betroffen sind, dann raten wir auch zur Ansage.
00:20:46: Also wenn da auch die Möglichkeit, dass sie sich Eltern manchmal gar nicht so bewusst oder sie scheuen,
00:20:52: das ist was sie sagen, ja das wird eh nicht verfolgt.
00:20:55: Und das ist aber wirklich so, dass die Polizei da auch sehr akribisch nach den Sachen nachgeht.
00:21:01: Und natürlich geht es dann auch das Ganze aufzuarbeiten, mit den Kindern zu gucken, was ist dann auch da ein Leidensdruck.
00:21:07: Also selbst wenn die Bilder gelöscht sind, ist das ja bei den Schülern trotzdem bestehend.
00:21:12: Also da ist ein massiver Leidensdruck da, da geht es darum, die wieder in die Klasse, mit der Klasse zu sprechen,
00:21:17: da Projekte zu machen, Prävention, Intervention, in dem Fall.
00:21:21: Da arbeite ich auch gerne und viel mit uns zum Schulsozialpädagogik zusammen, damit die Kinder wieder zurückgeführt werden,
00:21:27: Teil der Klassengemeinschaft. Also sowohl wenn das Täter sind, also wenn es von ihnen ausgeht, als auch wenn es Betroffenen sind.
00:21:33: Also da ist beides sehr für wichtig. Also auch wenn es ein unüberlegtes Tunis und sich deren Konsequenz gar nicht bewusst sind,
00:21:41: kann es passieren, dass sie dann stark stigmatisiert werden, sehr stark ausgegrenzt ist und da geht es dann auch darum, wieder zu sagen,
00:21:47: wir müssen den auch wieder zurückführen in den Klassen verbunden.
00:21:51: Was ich jetzt aber rausgehört habe, ihr selbst bringt nichts zur Anzeige, wenn ihr von was Kenntnis habt, sondern das machen dann die Eltern.
00:21:58: Ja, das ist so. Also ich, wenn dann geht es über die Schulleitung, über unseren Chef.
00:22:04: Ja, wenn die Eltern jetzt nicht sich kooperativ zeigen, wenn da vielleicht auch ist gar nicht konkretisch,
00:22:14: dann kann es schon sein und da hat man auch schon den Fall, dass es dann über den unseren Chef einfach weitergetragen wurde an die Polizei.
00:22:21: Wir sind keine Ermittler, wir ermitteln nicht, wir können nur Informationen weitergeben und letztendlich geht es dann darum,
00:22:27: was die Polizei dann macht. Die haben auch die Möglichkeiten, die Hände ist dann auch einzusehen und zu schauen,
00:22:32: ob da noch mehr Bildmaterial oder was da noch vorliegt.
00:22:35: Ich stelle mir das total schwierig vor, Sandra, wenn ihr, wie du vorhin gesagt hast, ihr stellt Informationen parat den Strafverfolgungsbehörden,
00:22:43: aber ihr dürft ihr selbst nicht besitzen. Geht das überhaupt? Also kann ich was weitergeben, ohne es zu besitzen?
00:22:51: Ja, da sind wir auf die Mithilfe unserer Schüler oder auch dann die Eltern im Endeffekt angewiesen,
00:22:57: dass die das Material weiterleiten, weil wir dürfen selber nicht auf unserem privaten Gerät sowieso nicht,
00:23:04: wir können das nicht festhalten, die Materialien, weil wir uns da selber in Schwierigkeiten bringen können.
00:23:12: Ja, das war in der Vergangenheit tatsächlich auch ein großes Problem, dass wenn Eltern oder auch Lehrer davon Wind bekommen haben,
00:23:19: dass solche Bilder im Umlauf sind, die sich das dann auf ihr eigenes Handy möglicherweise geschickt haben,
00:23:25: in dem Moment sprechen wir von Verbreitung in der pornografischen Schriftens, eine Straftat.
00:23:30: Und da gab es tatsächlich dann auch Gerichtsurteile, diesbezüglich, wo dann Eltern und auch, ich glaube ja,
00:23:36: auch tatsächlich eine Lehrerin ziemlich Probleme bekommen hat.
00:23:39: Das war ja im Rahmen dieser Verschärfung des Sexualstrafrechts sozusagen da eine Straftat.
00:23:45: Jetzt hat man das auch aufgrund dieser Geschichten tatsächlich auch wieder versucht, ein bisschen zu entschärfen.
00:23:51: Aber da möchte ich einfach auch ein bisschen davor warnen und auch da sensibilisieren,
00:23:57: dass wenn solche Bilder gefunden werden, dass nicht einfach geht,
00:24:01: sich die aufs eigene Handy oder auch in die Schule oder ihm irgendwem zu schicken,
00:24:07: weil das und Umständen auch strafrechtlich relevant sein könnte.
00:24:11: Ohne jetzt konkret auf eure Schule oder überhaupt eine Schule einzugehen,
00:24:15: aber was mich schon interessieren würde, wie oft kommt so was denn tatsächlich vor,
00:24:21: dass man sowas findet oder dass man von sowas hört oder dass sich ein Schüler meldet,
00:24:25: der sagt, ich bin Opfer oder ich, bei uns ist ein Täter in der Klasse, wie oft habt ihr damit zu tun?
00:24:31: Ja, also...
00:24:35: Es ist schwierige Frage wahrscheinlich, das kann man wenig pauschalisieren.
00:24:38: Genau, man kann jetzt nicht sagen einmal im Monat, weil es gibt Monate, da kommen es 2-3 Mal vor,
00:24:42: da kommen es wirklich geballt und dann gibt es wieder Phasen, wo es weniger vorkommt.
00:24:46: Ich merke schon, dass wenn wir mit Präventionen aktiv sind, dass da...
00:24:51: das ist was bewirkt, dass die Schüler auch nachdenken, dass das auch schon...
00:24:56: auch wenn sie sich über die rechtlichen Konsequenzen und auch über die persönlichen Konsequenzen bewusst sind,
00:25:03: dass das auch für sie wirklich einschneidende Konsequenzen bedeutet,
00:25:07: auch jetzt, was ihre eigene Perspektive, ihre berufliche Karriere angeht, dann passiert was, das merken wir.
00:25:15: Es ist oft auch durch die Medien ein bisschen getrieben, wenn dann wieder irgendwelche sozialen Medien gibt es immer wieder Trends,
00:25:23: die von den Schülern dann auch verfolgt werden, sehr unüberlegt und sehr...
00:25:29: ja, das machen die anderen auch und dann mache ich das auch, das ist dann oft gar kein...
00:25:33: das ist dann, wo ich wieder merke, dass Velle geballt bei mir aufschlagen
00:25:38: und dass da wieder mehr Leidensdruck verursacht wird.
00:25:42: Okay, damit hätten wir so ein bisschen mal... du magst noch was sagen?
00:25:45: Ich würde noch gerne einen Satz ganz kurz ergänzen, das ist wahrscheinlich genauso wie bei den Erwachsenen,
00:25:50: dass wir einfach eine sogenannte Dunkelfeldanzahl haben, von denen wir es gar nicht mitkriegen
00:25:57: und eben ein kleinerer Teil ist das sogenannte Hellfeld, die dann damit eben auch in Erscheinung treten und juristisch verfolgt werden.
00:26:05: Ich glaube, die einfachste Antwort auf die Frage ist, wenn sich jeder einfach mal selbst zurück an seine Schulzeit und seine Pubertäter erinnert,
00:26:12: wie oft er nur in dieser Zeit mit so was irgendwie in Kontakt gekommen ist,
00:26:17: weil das ist zumindest jeder, der im digitalen Zeitalterne Schule war sicher irgendwann mal
00:26:22: und ich glaube, damit können wir die Frage wahrscheinlich am einfachsten beantworten.
00:26:26: Also, würde ich jetzt mal behaupten, weil ich habe es ja auch schon gesagt,
00:26:30: es ist schon ein paar Jahre her, aber auch bei uns in der Klasse gab es so was.
00:26:35: Genau, vielleicht kann ich da noch hinzufügen, oft kommen Fälle mit ganz anderen, also Schüler mit ganz anderen Belangen.
00:26:42: Also da geht es um Schulleistungsprobleme oder soziale Ängste und darunter verborgen, ganz tief.
00:26:49: Das merkt man dann erst auch, wenn man mit den Schülern näher in die Arbeit geht.
00:26:53: Und da liegt dann vielleicht eine Mobbing-Erfahrung oder eben das Bild inklusieren, das traumatische Bilder auch gesehen wurden,
00:27:01: die die Kinder wirklich massiv verstört haben, wo sie gar nicht mehr wissen, wie sie mit den Emotionen,
00:27:06: mit den Bildern zurechtkommen.
00:27:08: In diesem Fall hat man jetzt eben auch schon in den fünften Klassen, weil wir Tablet sehr früh einführen oder jetzt bei uns ist ab der 7. Klasse.
00:27:15: Aber da kommen die an Material hin, was sie wahnsinnig verstört und da große Scheu ist, große Scham ist, das auch zu formulieren.
00:27:22: Und dann kommen die mit Schulabsentismus, die Eltern, da geht nicht mehr in die Schule oder mit impulsiven Verhalten.
00:27:29: Das ist ein oft so verdeckte. Erst eben in der Beziehungsarbeit stellt sich dann raus, dass da vielleicht was ganz anderes vorliegt.
00:27:37: Und ich kann mir vorstellen, dass auch viele das erst durch euer Projekt vielleicht so wirklich realisiert haben.
00:27:43: Da würde ich jetzt kurz darüber sprechen. Ich habe so ein bisschen leer Material bekommen.
00:27:48: Das heißt, ich war heute auch wieder so ein bisschen in der Schule.
00:27:51: Das war so, Elisabeth, du hast das praktisch, du hast ein Schreiben, das habe ich auch gelesen, das hast du hier an Schulen im Umkreis geschickt
00:27:57: und hast eben, wie du vorher gesagt hast, dass du da gerne aufklären würdest geschrieben.
00:28:02: Und das hat sich unter anderem die Ing-Eicherscholl-Realschule bei dir zurückgemeldet.
00:28:06: Und ihr habt drei Einheiten erarbeitet.
00:28:09: Das wäre einmal Dimension der Sexualität, das ist die zweite Einheit, kein Opfer werden und die dritte Einheit kein Täter werden.
00:28:17: Das ist so, es sind jeweils zwei Unterrichtsstunden, also jede Einheit sind zwei Unterrichtsstunden, also sechs Unterrichtsstunden insgesamt.
00:28:25: Das heißt, also drei mal zwei, so, jetzt habe ich alle Möglichkeiten durch.
00:28:30: Drei mal zwei Unterrichtsstunden und falls die Eltern oder die Schule das mag, kann man auch noch einen Elternabend dazu machen,
00:28:37: wo dann auch die Eltern in einer gewissen Form aufgeklärt werden.
00:28:40: Fangen wir vielleicht beim Elternabend an. Ich weiß gar nicht, war der davor, war der danach?
00:28:44: Der ist davor.
00:28:46: Wie wurde der angenommen?
00:28:49: Also tatsächlich waren nach meinem Gefühl relativ viele Eltern da.
00:28:54: Also es waren sehr viele, ich habe ein großes Interesse wahrgenommen, habe einfach so ein paar Grundlagen erzählt
00:29:01: und habe dann so das Gefühl gehabt, dass entstand ganz viel auch an Aktion.
00:29:06: Also ganz viele Eltern haben sich auch getraut, Fragen zu stellen.
00:29:10: Und ich habe das als einen sehr, sehr aktiven und ganz guten Austausch erlebt mit viel Interesse.
00:29:17: Und auch nach dem Vortrag sind dann tatsächlich noch einige Eltern auch zu mir gekommen.
00:29:23: Oder ich glaube auch zu dir Sandra und zu deinen Kollegen.
00:29:26: Um auch da noch mal konkreter nachzufragen, eine Mutter hat auch darum gebeten,
00:29:31: dass auch unbedingt ihre Tochter in den Genuss dieses Projekts kommen soll, die tatsächlich diesen Jahrgang sozusagen noch nicht...
00:29:39: Genau, das war die 8. Klasse.
00:29:41: Ich glaube, es war ursprünglich erst eine 8. Klasse.
00:29:43: Und Sandra, du hast einfach schon in unserem Vorgespräch gesagt,
00:29:46: dass der Wunsch der Eltern so groß war, dass es jetzt in allen 8. Klassen durchgeführt würde und teilweise bis zu 10. hoch geht.
00:29:53: Genau, also das ist ja schön zu hören.
00:29:55: Ich finde das auch total wichtig mit dem Elternabend, wenn ich ehrlich bin, weil...
00:29:59: Also jetzt lehne ich mich wieder weit aus dem Fenster.
00:30:02: Ich bin ja selber kein Elternteil, bin aber jetzt in einem Alter, wo ich das von vielen Freunden mitbekomme
00:30:08: und da ist schon so manneigt, immer dazu so ein bisschen zumindest die Erziehungsarbeit an Lehre abzugeben.
00:30:14: Und deswegen finde ich das ganz toll.
00:30:16: dass eben das nicht nur mit Lehren durchgeführt wird, das kann sondern das auch die Eltern geprift
00:30:20: werden. Und ich glaube, das ist auch wichtig, weil im Endeffekt haben die Eltern das sagen. Also so
00:30:27: blöd das klingt. Ja und das ist ja tatsächlich auch so, dass wenn die Kinder nicht das Risiko
00:30:34: nicht einschätzen können oder ihr Verhalten manchmal nicht korrekt bewerten können, dann würde
00:30:42: ich mir ja letztendlich erwarten, das ist schon vielleicht eine hohe Erwartung, aber dass Eltern
00:30:47: das können und dass Eltern sich darum kümmern, dass den Kindern auch zu vermitteln. Letztendlich
00:30:52: ist es so, Kinder sind natürlich viel Zeit in der Schule, aber wir können natürlich nicht alle
00:30:58: Verantwortung an Lehrer abgeben und ich glaube, dass es nur geht, wenn alle zusammen helfen,
00:31:04: das heißt wir brauchen die Eltern ganz dringend mit im Boot, weil die natürlich die meiste Zeit
00:31:09: des Alltags mit den Kindern verbringen. Eltern haben die Herrschaft über Handy, über PC,
00:31:14: klar man auf, hoffentlich klar man zu. Und insofern sind natürlich für mich die Eltern zunächst mal mit
00:31:22: die wichtigsten Ansprechpartner, die natürlich auch über das Projekt Bescheid wissen müssen. Ich
00:31:28: kann ja nicht mit den Kindern über Sexualität reden, die gehen dann nach Hause und erzählen
00:31:32: irgendwas, was sie sich gemerkt haben und Eltern fallen aus allen Wolken und sagen,
00:31:36: Gottes willen was machen, die denn in der Schule. Also insofern war es uns ganz, ganz wichtig,
00:31:41: dass tatsächlich diesen Projekt vorzuschalten. Gab es den Eltern, die gesagt haben, nein,
00:31:46: ich möchte nicht, dass mein Kind das teilnimmt? Das muss jetzt Sandra beantworten. Nein,
00:31:51: gab es keine, auch im Nachgang gab es keine Eltern, die dann gekommen sind und gesagt haben,
00:31:56: warum macht ihr das eher Interesse gezeigt wurde? Also es gab niemanden, der jetzt ja das irgendwie
00:32:05: nicht wollte für sein Kind. Also es war eine Bereicherung und wir auch als Schule sind es auch
00:32:10: als Bereicherung und wir wollten uns auch positionieren und sagen, uns ist es ein wichtiges
00:32:14: Thema. Wir möchten, dass es an Schulen sicherer Ort wird und da müssen wir einfach auch dann
00:32:21: uns der Thematik öffnen. Und ich glaube, das ist ja auch was ganz seltenes, dass sich mal einfach
00:32:24: niemand beschwert. Das gibt es ja auch viel zu selten, das ist ja auch schön. Gut, der Elternabend,
00:32:30: der war dann so weit. Dann ging es zum ersten Mal zu der ersten Einheit Dimension der Sexualität.
00:32:36: Da habe ich auch schon wieder ein bisschen was Neues gelernt. Es gibt anscheinend drei Dimensionen.
00:32:41: Wir haben einmal Lust, einmal Beziehung und einmal Fortpflanzung. Ich hoffe, das wird eine gute
00:32:49: mündliche Note für mich dann. Was muss ich mir darunter vorstellen? Was habt ihr in dieser
00:32:55: Einheit mit den Schulungen gemacht? Also ums jetzt erstmal zu, also wir haben es natürlich versucht,
00:33:00: die taktisch aufzubereiten. Jetzt muss man sich vorstellen, das sind Kinder, die in einem Alter
00:33:04: sind. Also manche sind natürlich schon relativ gereift, also durchaus schon sehr pubertär und
00:33:11: ganz lahat im Nehmen. Gut, wie alt ist man in der 8. Klasse? Irgendwie 13, 14 würde ich jetzt mal schätzen,
00:33:16: so was? Wobei ja da das immer trotzdem noch unterschiedliche Entwicklungsstadien sind,
00:33:23: in denen sich die Kinder befinden. Und dann kommen da wildfremde Leute rein, die über ein
00:33:29: Thema sprechen, über das sonst nie gesprochen wird. Also davon sind wir jetzt mal so ausgegangen.
00:33:35: Und da war es mir oder uns einfach total wichtig, zunächst mal so ein bisschen so eine Gesprächsgrundlage,
00:33:42: einfach mal so ins Reden zu kommen über dieses Thema. Und ich habe das tatsächlich selber vor
00:33:48: vielen, vielen Jahren mal in einem Vortrag so erlebt und habe das gut befunden und habe es
00:33:53: übernommen, dass wir eben so vorgegangen sind, dass wir die Kinder eingeladen haben,
00:33:58: mal alle Begrifflichkeiten zu assoziieren, aufzuschreiben, die ihnen einfallen, wenn es ums Thema
00:34:04: Sexualität geht. Und wir haben da auch alle Begriffe zugelassen. Ich könnte ein paar vorlesen. Ich
00:34:10: habe hier Bilder von den Plakaten, die ihr dort erstellt habt. Also wir haben zum Beispiel bei Lust,
00:34:14: was steht denn da? Pornos, Kondom, ja oft Pornos tatsächlich und noch ein paar andere Begriffe.
00:34:23: Bei Beziehungen haben wir Mann, Frau, ganz klar, Trans, Freiheit, Liebe, Mobbing, Sex, Pille,
00:34:32: LGBTQ oder bei Fortpferdzungen haben wir dann zum Beispiel Begriffe wie Sex, Pille, Poppen,
00:34:37: Mörpse, Pussy, Hoden, Mann, Frau, Eierstöcke. Also naja, was halt 13, 14, 15-Jährige so schreiben?
00:34:46: Genau. Da würde mich mal interessieren, wie konfrontiert man denn Jugendliche in dem Alter,
00:34:54: eben mit dem Thema Sexualität und Pubertät, Sexualität und in dem Fall ja auch so ein bisschen
00:35:01: Pädophilie, ohne dass es schnell in dieses Hi, Hi, Hi, Ha, Ha, Ha geht. Weil das ist ja schon,
00:35:07: das ist ja schon, also ich kann ja immer nur von mir als Mann sprechen und wenn ich zurückdenke,
00:35:13: 13, 14-Jährige Jungs, da wird schnell Hi, Hi, Hi und Ha, Ha gemacht und nicht mehr ernsthaft zugehört.
00:35:20: Na ja, das ist ein Aspekt, der natürlich aufkommt. Also der lässt sich gar nicht verhindern, weil wir
00:35:25: so auch mit einem gewissen Schamgefühl umgehen können, indem wir dann uns in Humor volles retten
00:35:32: oder auch in so ein Agieren kommen. Also damit wahr durchaus zu rechnen und das fand ich jetzt
00:35:38: auch gar nicht dramatisch. Da ist halt dann die Aufgabe, die Kinder einfach immer wieder anzusprechen,
00:35:44: immer wieder reinzuholen, sie dabei zu unterstützen, auch zu sagen, hier darf über alles gesprochen
00:35:49: werden, nichts ist hier falsch. Also ja, hier gibt es auch keine Schulnoten und hier gibt es auch
00:35:55: keine Bestrafung, wenn man ein Wort verwendet, das ordenehr oder wie man auch immer sagt ist.
00:36:00: Und da haben die Kinder ganz gut darauf angesprochen, wobei ich schon ganz ehrlich sagen muss,
00:36:07: ich habe schon Hochachtung vor Lehrern, die jeden Tag in Klassen stehen nach diesem Seminar,
00:36:11: ich war nach allen drei Teilen zweisgebadet. Also es ist nicht einfach, ich glaube es waren so um
00:36:17: die 25 Schüler, die wir in der Klasse sitzen hatten, ganz, ganz viele Jungs und ganz wenig Mädels
00:36:22: und das war natürlich schon für mich auch eine große Herausforderung. Sandra, wie schwer ist es
00:36:28: denn überhaupt mit Puppertieren den Kindern über das Thema Sexualität zu sprechen, sexual Kunde,
00:36:33: Sexualunterricht, ist das schwieriger als andere Themen, ist das schwieriger als Matheunterricht?
00:36:38: Ja, also definitiv, es ist anders. Ich denke da ich Teil der Schulfamilie bin,
00:36:47: es ist natürlich nochmal was anderes. Also wenn jemand von außen kommt, der nicht jeden Tag
00:36:52: wieder auf die Schüler trifft und dann auch wieder in einer Beurteilungssituation ist,
00:36:56: da ist die Helmstelle vielleicht doch noch die größere, weil ich sehe die Schüler,
00:37:00: ich merke, dass die Schüler offen sind für das Thema und auch Interesse haben sich über das
00:37:05: Thema auszutauschen. Ich mache es auf den kleineren Gruppen, also dass ich nicht mit der ganzen
00:37:11: Klasse arbeite, sondern wenn das Thema in irgendeinem Kontext auftaucht, dass ich dann mir einzelne
00:37:17: Schüler raushol und da einfach merke, dass die Helmstelle etwas geringer ist. Aber ich bin
00:37:22: natürlich Teil der Schulfamilie und es ist durchaus anders, wenn jemand von extern kommt.
00:37:28: Klar, wer mir bei uns im Podcast schon, ich kann es gar nicht mehr erzählen und auch heute ist
00:37:33: es schon wieder genannt worden über das Thema Stigmatisierung, vorgefertigte Meinungen und
00:37:39: Co. gesprochen. Wie ist das denn bei Jugendlichen, bei Kindern? Gibt es das da auch? Also gerne
00:37:44: erfrage an euch beide, wenn ihr zu sagen habt, Sandra. Weiß nicht, wie ist das denn?
00:37:49: Lass mich mit einer konkreten Frage das stellen. Wie war die Reaktion, als du den
00:37:55: Schülern gesagt hast, da kommt jemand, die arbeitet mit Pädophilen und die klärt euch auf,
00:38:00: wie ihr, die klärt euch auf, was ihr eventuell strafrechtlich, falsches, strafrechtlich
00:38:08: relevantes auf eurem Handy habt und da macht und tut. Also für mich war es mein Interessant zu
00:38:14: wissen, ob Sie überhaupt mit dem Begriff Pädophile was anfangen können. Sie verwenden ihn,
00:38:18: Sie verwenden ihn auch als Schimpfwort. Also es ist schreckend und ich positioniere mich da auch
00:38:23: ganz klar. Aber in Schülerköpfen ist es einfach Begriff, den sie inflationär einfach verwenden.
00:38:29: Und das ist für sie, zeigt Unsicherheit. Was kommt da? Und dann das Thema Täter,
00:38:40: jeder von uns oder jeder von euch kann oder war vielleicht schon mal übergriffig,
00:38:44: grenzüberschreitendes Verhaltens, nehe Distanz. Wie gesagt, da gibt es diese Trends,
00:38:49: die da immer wieder kursieren, wie zum Beispiel das Arschbohren, was sie dann wirklich an den
00:38:53: Schulen auch gelebt wurde, wo wir uns massiv positionieren mussten und auch Konsequenzen
00:39:00: aussprechen, weil da einfach massiv grenzüberschreitendes Verhalten stattgefunden hat. Ja und das...
00:39:06: Ich will es eigentlich gar nicht fragen, aber nur ganz kurz, vielleicht ganz abstrakt erklärt
00:39:11: für diejenigen, die sich nicht mit diesen Schulgrenzen auskennen, Arschbohren. Ich schätze,
00:39:15: wenn Leute auf der Treppe laufen, mit dem Finger Richtung... Flaschen, Linial, alles, was sie
00:39:20: finden, da einfach komplett unüberlegt des Verhaltenes. Das war ein Trend,
00:39:27: dem sie dann einfach unüberlegt nachgegangen sind in sehr massiver Hinsicht. Also das war
00:39:32: wirklich beobachtet, auch an den Straßen habe ich es beobachtet, auch in der Stadt. Also es war
00:39:36: jetzt nicht nur in den Schulen, aber es war bestehend. Genau und dann sind sie einfach wirklich in
00:39:43: diesem Hihihi-Modus, was passiert da. Ich sage immer, das ist für euch eine Chance, zu reifen,
00:39:49: euch weiterzuentwickeln, Ideen zusammen, lass einfach mal auf euch wirken. Das hat einfach
00:39:55: offen dafür. Mehr habe ich eigentlich gar nicht gesagt und dachte mir, ich nehme nicht so viel
00:39:58: vorne weg und das war vielleicht auch ganz gut so. So war die Neugierde geschürt und ja,
00:40:04: sie waren glaube ich auch sehr, sehr aufgeregt vor diesem ersten Treffen. Wie war es denn dann?
00:40:09: Wie war es denn dann, Lissi? Also hattest du das Gefühl,
00:40:15: die haben eine vorgefertigte Meinung und konntest du sie am Ende so ein bisschen öffnen,
00:40:19: dafür dass die Welt nicht nur schwarz und weiß ist? Ja, ich habe es glaube ich gar nicht so
00:40:24: bewusst darauf angelegt, da jetzt irgendwie Lobbyarbeit zu machen, sondern ich habe einfach
00:40:29: versucht, inhaltlich sozusagen eben diese Sensibilisierung zu erreichen und das war eigentlich
00:40:35: mein Fokus, den ich forciert habe. Natürlich auch eben diesen Aspekt, wir können darüber sprechen,
00:40:44: was ich gemerkt habe, vor allen Dingen in dieser ersten Einheit, wo diese unterschiedlichen
00:40:49: Begrifflichkeiten zusammengetragen wurden, das natürlich Kinder und das würde zu dem passenden
00:40:54: Sandra, was du gerade gesagt hast, Begriffe verwenden, die sie aufschnappen, ohne zu wissen,
00:41:00: was das eigentlich bedeutet. Und wir haben dann nicht nur diese Begriffe zusammengetragen,
00:41:05: sondern wir haben dann eben auch diese Begriffe besprochen und wir wollten gerne von den Kindern,
00:41:11: dass die uns diese Begriffe erklären, was sie damit meinten, wenn sie das auf dieses Kärtchen
00:41:17: geschrieben haben und das war durchaus spannend, dass einzelne irgendwie gefühlt alles wussten und
00:41:23: andere rot anliefen und gar nichts dazu sagen konnten und bei dritten wiederum manchmal auch
00:41:30: Dinge gar nicht klar waren, was bedeutet dieser Begriff eigentlich und der wird halt dann inflationär
00:41:36: verwendet, wie man halt jemanden einen Opfer schimpft, kann man natürlich auch Pedo zu ihm sagen
00:41:42: und so ist einfach auch ein bisschen mein Anliegen gewesen, dann im Nachhinein das ein bisschen einzubremsen.
00:41:48: Die zweite Unterrichtseinheit war dann das Thema kein Opferwerden, also das,
00:41:55: worüber ich als erstes nachgedacht habe, als du mir von eurem Projekt erzählt hast. Was habt
00:42:01: ihr da gemacht? Also ich arbeite ja schon sehr, sehr lange sowohl mit Hellfeld als auch mit
00:42:07: Dunkelfeldmenschen, also tatsächlich auch mit Menschen. Lassen Sie mal ganz kurz vielleicht die
00:42:11: Erklärung Hellfeld, Dunkelfeld. Hellfeld bedeutet, dass gegen Menschen ermittelt wird oder sie im
00:42:16: Fokus der der Strafverfolgungsbehörden sind. Dunkelfeld heißt, die können durchaus eventuell
00:42:22: Täter sein gewesen sein, aber es wurde einfach nie gegen sie ermittelt. Richtig, also genau und
00:42:27: ich arbeite ja eben mit diesen beiden Gruppen und aus gerade aus meiner Arbeit auch mit verurteilten
00:42:34: Sexualstraftätern habe ich ja sehr, sehr viele Geschichten von Taten im Kopf und ich habe dann
00:42:39: Fallvinierten geschrieben, allerdings eben natürlich nicht aus Täter Sicht, sondern aus Sicht eines
00:42:46: Kindes, das zum Opfer wird. Ich sehe, du hast da schon was vorbereitet. Ich habe hier Fallvinierten und
00:42:53: soll ich einfach mal eine vorlesen. Ich such mir die Kürzeste raus, weil die sind doch schon ganz
00:42:59: schön. Also ich finde Julian tatsächlich nicht so eine. Julian ist der erste, alles klar, ich fange
00:43:05: mit Julian an, geht schnell. Julian, 13 Jahre alt, verbringt viel Zeit in seinem Zimmer am PC und
00:43:12: spielt gerne Fortnite. Durch das Spiel lernt er mehrere andere Spieler online kennen. Julian's
00:43:17: Eltern arbeiten viel und kommen am späten Nachmittag müde und angestrengt nach Hause. Abends streiten
00:43:23: sich Eltern meistens und sind sehr mit sich selbst beschäftigt. Julian hat keine Geschwister und
00:43:29: zieht sich zunehmend zurück. Er bespricht immer öfters seine Probleme mit seinen Mitspielern. Auch
00:43:34: der 20-jährige Peter hört ihm oft zu, gibt ihm Ratschläge und ist immer für Julian da. Als Julian
00:43:40: für das PC-Spiel Geld braucht, bietet Peter ihm seine Hilfe und das Geld an. Peter gibt Julian mehr
00:43:45: Geld als Julian eigentlich braucht. Er sagt, er wolle ihm eine Freude machen. Immer öfter treffen
00:43:50: sich Julian und Peter die Beziehung wird immer vertraute und enger. Als Julian sich in eine
00:43:55: Klassenkameraden verliebt, erzählt er Peter davon. Dieser interessiert sich zunehmend für
00:43:59: Julian's sexuelle Interessen und beginnt ihm Pornos zu schicken. Nach einigen Tagen fordert er Julian
00:44:05: auf, ihm auch Nacktfotos von sich zu schicken. Julian reagiert zurückhaltend und weigert sich. Als
00:44:11: er erneut Geld braucht, bietet Peter ihm ein Handel an. Er würde Julian wieder Geld schicken
00:44:16: und wollte dafür Nacktbilder bekommen. Julian gibt schließlich nach und schickt Peter Fotos
00:44:20: von seinem Penis. Peter fordert immer mehr Bilder und droht Julian die Nacktbilder von dessen
00:44:25: Geschlechtsteil im Internet zu veröffentlichen, wenn dieser sich weigere. Julian ist ratlos,
00:44:30: schämt sich und hat Angst. So eine die Geschichte und ich fürchte, dass es gar keine so unrealistische
00:44:38: Geschichte, die wahrscheinlich viel zu oft irgendwo in der Republik vorkommt. Absolut. Also das ist
00:44:44: tatsächlich etwas was ich sehr sehr häufig erlebe, dass gerade über solche Online-Spiele,
00:44:50: die ja Kinder sehr ansprechen und dann haben sie da erwachsene Spielpartner und da kann es natürlich
00:44:57: schon zu so einem Kontaktaufbau kommen und dann möchte ich nochmal ganz explizit dazu sagen,
00:45:04: das müssen nicht Menschen sein, die eine pädophile Neigung haben. Da sprechen wir tatsächlich
00:45:09: einfach mal, würde ich sagen, von Tätern ohne eine Diagnose dem vorher voranzustellen und das
00:45:16: ist eben eine von diesen Fallvinierten, die ich mir da, die ich da zusammengeschrieben habe,
00:45:21: die wir dann in der Klasse gelesen haben und gerade bei dieser Geschichte, deshalb habe ich
00:45:26: auch gesagt, dass die Geschichte vielleicht gerade ganz geschickt ist, haben ganz viele Kinder super
00:45:32: angedockt, wie sie Fortnite gehört haben und da habe ich gemerkt, da haben sie einfach eine ganz
00:45:38: gute Verbindung gekriegt zu dieser Geschichte und wir haben dann in dieser Geschichte den Schülern,
00:45:45: die Aufgabe gegeben, also die haben dieses Blatt ausgehändigt bekommen mit dieser Geschichte
00:45:49: drauf und die sollten dann sozusagen an bestimmten Stellen Markierungen setzen, an denen sie sagen,
00:45:56: im Nachhinein hätte Julian genau an der Stelle etwas anders machen müssen. Also wir haben uns
00:46:01: sozusagen so Stoppschilder gemeinsam angeschaut und die dann auch nachbesprochen, um auch da eine
00:46:08: Sensibilität herzustellen, ab welchem Moment müsste ich denn vielleicht oder kann ich vielleicht
00:46:15: als Kind jugendlicher auch misstrauisch sein und ab welchem Moment müsste ich vielleicht dann und
00:46:22: dann war eben die Frage, was machen wir alternativ und dann haben wir eben Alternativen aufzählt
00:46:29: und auch aufgeschrieben, was können Kinder machen, denen das eben passiert und an welcher Stelle
00:46:35: können die sich schützen vor eben solchen Situationen? Was war denn in der Geschichte die Stelle,
00:46:41: die am meisten markiert wurde? Wo war der Moment, wo Julian hätte anders reagieren sollen?
00:46:46: Also das kann ich jetzt gar nicht mehr so ganz genau sagen, nach Häufigkeit das, was mich am
00:46:52: meisten fasziniert hat, war, dass tatsächlich mehrere Kinder schon ganz am Anfang gesagt haben,
00:46:59: das ist schon ganz kritisch, dass Julian so viel Zeit alleine verbringt und nur mit online spielen
00:47:06: und dort mit Erwachsenen Kontakt hat. Da war ich ganz paff, dass da Kinder schon gesagt haben,
00:47:12: das ist schon ein großes Risiko. Am Schluss war dann natürlich relativ schnell klar, ja klar,
00:47:18: wenn der Nacktbilder möchte und Geld und da über Sexualität gesprochen wird, da waren sich dann
00:47:23: alle einig, aber es war eben auch schon durchaus eine Sensibilität für den Moment, ja Moment,
00:47:30: wieso ist ja denn so viel alleine und wieso streiten die Eltern ständig und haben keine Zeit für
00:47:34: ihn. Und dann die dritte Schuleinheit, die heißt kein Täter werden, praktischerweise wie ja auch
00:47:44: das Projekt kein Täter werden, wo du aktiv bist. Und was ging es da genau? Also klar,
00:47:50: wir haben ja schon darüber gesprochen, aber was habt ihr dort mit den Schülern gemacht?
00:47:53: Also ganz konkret haben wir die sogenannte Körperampel uns angeschaut, also die Körper,
00:48:01: männliche und weibliche Körper von vorne und von hinten und haben dann thematisiert,
00:48:07: an welchen Körperteilen möchte ich mich von anderen Menschen anfassen lassen,
00:48:13: also was sind sozusagen diese sogenannten öffentlichen Körperteile und Stellen und was sind
00:48:19: meine Intimen Stellen, wo ich nicht möchte, dass ich berührt werde oder auch andere nicht
00:48:24: berührt werden wollen und das haben wir dann eben miteinander erarbeitet. Eben auch im Hinterkopf
00:48:31: diese Situation mit Arschporen. Wir hatten es ja gerade vorher und da gibt es natürlich noch
00:48:36: viele andere Geschichten, auf die wir da eben dann im Hintergrund abgezielt haben und gleichzeitig
00:48:42: haben wir dann eben auch nochmal besprochen, wie ist das denn mit Bildern, mit Fotos, also auch da,
00:48:48: wo sind meine Grenzen und wo sind da die Grenzen anderer, wobei das natürlich eine sehr, sehr
00:48:54: voll gefühlte Einheit war, wo ich so das Gefühl hatte, da hätte man eigentlich noch mal mehr Zeit
00:49:00: gebraucht. Hattest du denn das Gefühl, dass den Jugendlichen die Sensibilität dafür fehlt, wo
00:49:07: man zum Beispiel jemand anfassen darf, wo nicht? Also eigentlich ganz im Gegenteil, ich hab
00:49:12: tatsächlich bei vielen Schülern festgestellt, dass die selber, wenn sie überlegt haben,
00:49:18: wo möchte ich berührt werden, also manche haben sich komplett rot gezeichnet, also die
00:49:24: so gar keine Berührung von anderen wollen, was ich sehr spannend vielleicht auch schon ein Stück
00:49:31: auffällig fand, aber ich fand, dass es eine sehr, sehr hohe Sensibilität schon da war. Natürlich
00:49:37: waren auch einzelne, die in diesem Hihimodus waren, die haben dann gesagt, ja also ja,
00:49:42: meinen Kumpel und ich darf ich auch einen Po angreifen und so, also das war natürlich schon
00:49:46: auch, aber das war tatsächlich auch dieses Überspielen von Unsicherheit, so hab ich es verstanden
00:49:54: und im Grunde genommen eine gute Sensibilität. Aber das ist ja auch spannend, wenn die im Grunde
00:50:00: die Sensibilität für das Thema eigentlich da ist, bedeutet das ja im Umkehrschluss, dass wenn
00:50:05: sie so was schicken oder so eigentlich, wenn sie darüber nachdenken würden, sie ein paar Minuten
00:50:09: Zeit nehmen würden, eigentlich wissen müssten, dass das nicht richtig ist, was sie da machen.
00:50:13: Ja, ich glaube und das ist das, was ich auch in der Arbeit mit tatsächlich mit Tätern erlebe,
00:50:20: dass häufig dieses Medium mit diesem Bildschirm etwas von der Realität wegmacht und wenn dann
00:50:29: Kinder 3D vor ihnen stehen, würden sie das niemals tun, was sie im Internet tun und ich würde das
00:50:37: auch bei Kindern ähnlich einschätzen, dass im direkten persönlichen Kontakt sehr wohl eine
00:50:44: bestimmte Sensibilität für diese Körperstellen vorhanden ist. Wenn es aber dann darum geht,
00:50:50: dass mittels Medien zu verschicken, ist es ja eh nur ein Bild, dass man nur auf diesem Handy
00:50:57: oder PC hat. Mit dieser letzten Einheit geht dann euer Projekt an der Inge Archie Scholl Real Schule
00:51:03: fast zu Ende. Ich glaube es gab ja noch eine, eine, nicht Fortbildung, sondern wie hattest du es
00:51:09: genannt Sandra? Ja, ein pädagogischer Tag. Ein pädagogischer Tag mit den Lehrkräften,
00:51:14: weil ja auch die in einer gewissen Weise geschult, sensibilisiert werden müssen für das Thema. Es ist
00:51:20: ja jetzt nicht jeder Lehrer, ausgebildeter Schülpsychologe oder Psychologin so wie du,
00:51:26: sondern es gibt dann halt die deutschen Sportlehrer, aber auch die müssen ja mit dem Thema irgendwie
00:51:32: zurechtkommen. Wie war das? Was habt ihr da so gemacht und besprochen? Vorweggenommen, es ist
00:51:37: natürlich ganz wichtig, dass die Lehrer auch sich mit der Thematik befassen. Viele sind da ganz,
00:51:43: ganz weit weg, aber das spielt ja viel mehr rein. Also, nee, Distanzverhalten,
00:51:48: überschreitendes Verhalten, Positionierung. Wir müssen da oder wir wollen da auch den
00:51:54: Lehrern einfach was an die Hand geben, dass sie die Signale der Betroffenen vielleicht auch
00:51:58: besser wahrnehmen können und dann auch entsprechend handeln können. Und grundsätzlich ist da ein
00:52:06: großer Wunsch da, da auch noch Informationen zu bekommen. Wir haben jetzt auch noch eine ganz
00:52:11: kleine schulinterne Fortbildung gemacht zu der Thematik. Also die Planungsgruppe, wir machen
00:52:16: ein Schutzkonzept, zu der also mittelangfristig sowas entstehen. Und da war das Interesse auch
00:52:22: wieder groß und da wurde auch gesprochen über diesen pädagogischen Tag und über wie sinnhaft
00:52:27: das auch empfunden wurde, dass man da einfach sich mal öffnet für die Thematik, das einfach mal
00:52:32: wieder zulässt, drüber nachdenkt. Und ich denke, das alleine hilft den Schülern schon, dass es sich
00:52:38: eigentlich ja auch an die Lehrer wenden können, wenn Beschwerden oder Ventimien da sind. Ja,
00:52:44: das ist ja ganz klar. Also, wenn man darüber spricht, dann ist es ja auch kein Stigma mehr,
00:52:49: wenn man ganz so, wenn man es per Definition sieht. Aber es ist wie immer und überall leider auch
00:52:56: so ein bisschen das Sache des Geldes. Dieses Projekt muss ja auch finanziert werden. Ich gehe immer
00:53:04: ungern mit einem negativen Gefühl aus so einer Sendung raus, weil es ist ja schon doch ein Thema,
00:53:13: das zum Nachdenken anregt. Und deswegen finde ich es jetzt ein schöner Schluss, zumindest für uns
00:53:18: heute. Das Projekt ist ja richtig gut angekommen. Und ich glaube, ihr seid jetzt auch nicht die letzte
00:53:23: Schule, die das macht. Lissi, du hast Rückmeldung bekommen, oder? Ja, also tatsächlich, vielerlei
00:53:31: Rückmeldung. Also tatsächlich kam eine Mutter eines der Kinder aus der Klasse, wo wir das eben damals
00:53:40: durchgeführt haben in der Inge Eicher Schollschule, kam dann zu mir, eigentlich in den ganz anderen
00:53:46: Rahmen und meinte dann, ja, also mein Sohn kam da vor Kurzem und sagte, da war eine Lissi und eine
00:53:53: Steffi in der Klasse. Und die hat dann tatsächlich erzählt, dass der Sohn, der in diesem Seminar bei
00:54:00: uns oder in diesem Projekt mit drin saß, tatsächlich auch wiederum ein anderes Kind darauf hingewiesen
00:54:07: hat, sehr, sehr vorsichtig zu sein mit Kontakt. Die hat wohl irgendwie Kontakt im Internet mit
00:54:12: anderen vermeintlich Jugendlichen gehabt. Und da hat der Sohn sich ganz, ganz rührrent, um die
00:54:19: Freundin gekümmert und gemeint, sie solle da doch sehr vorsichtig sein, ob sie denn sicher sei,
00:54:24: dass das wirklich Gleichaltrige sind und selbst dann bestehender ja gefahren und so weiter. Das
00:54:29: hat mich sehr, sehr angerührt, weil ich ja bis dato gar nicht genau gewusst habe, was nehmen,
00:54:36: denn die Kinder mit aus dem, aus diesem Projekt. Und da war eben dann eine ganz, ganz tolle
00:54:41: Rückmeldung, die mir natürlich auch wieder Berge gegeben hat. Und ich mir gedacht habe, okay, das
00:54:45: muss unbedingt weiterlaufen. Und wir haben inzwischen auch, so wie du schon gerade gesagt hast, auch
00:54:52: andere Schulen, an die wir gehen. Momentan ist es eben so, dass wir ja sehr dankbar sind, dass das
00:54:58: gefördert wird vom Sozialministerium Baden-Württemberg. Da haben wir eben dieses Projekt eingereicht und
00:55:05: die finanzieren eben auch dieses Projekt jetzt im Raum Baden-Württemberg. Was mir sehr, sehr leidtut,
00:55:12: ist natürlich das Pool ja eben gerade nicht mehr Baden-Württemberg ist. Und wir da natürlich
00:55:17: schauen wollen, dass wir das alternativ trotz allem hinkriegen. Paunen Meter von der Kanzel weg.
00:55:22: Ganz blöd. Genau. Und da unbedingt auch gerne weitermachen wollen. Genau. Ich würde jetzt einfach
00:55:32: mal ganz frech behaupten, wenn das jemand gehört hat, egal ob Lehrkraft oder psychologische
00:55:38: Psychotherapeutin, Therapeut, die das total spannend finden und das vielleicht gerne auch in ihre
00:55:42: Region machen würden. Ihr dürft euch immer gerne an uns wenden. Per Mail, per Telefon. Wir haben in
00:55:49: den Show Notes alle Kontaktmöglichkeiten zu uns und auch zu Dellissi. Vielleicht kann ich ja auch
00:55:55: von der Sandrane Kontaktmöglichkeit mit reinschreiben, falls andere Lehrer um Erfahrungswerte bitten
00:55:59: wollen. Weil ich glaube, das ist total wichtig und es ist total schön. Ich freue mich gerade
00:56:05: gleich, dein Grinzensehlesi, als du das gerade erzählt hast mit dem Schüler. Es ist ja schön,
00:56:09: wenn man merkt, dass die eigene Arbeit Früchte trägt, gerade bei so einem wichtigen Thema. Und
00:56:14: deswegen würde ich jetzt einfach mal frech behaupten, wer Fragen hat, darf sich an uns wenden. Wer das
00:56:18: Ganze wiederholen möchte, darf sich auch an uns wenden. Da bekommt man dann sich einen Kontakt
00:56:24: hin und kann das ganze Nähre besprechen bei so einem wichtigen Thema. Ich bedanke mich bei euch
00:56:28: beiden, dass ihr heute da wart. Das hat mir wieder sehr, sehr viel Spaß gemacht und wir haben
00:56:32: heute auch, jetzt lassen wir euch mal hier auf die Uhr gucken, aber wir sind noch nicht ganz bei
00:56:35: einer Stunde. Wir haben noch ein bisschen, wir könnten jetzt noch die Stunde voll machen. Habt ihr
00:56:38: noch was, worüber wir noch nicht gesprochen haben? Ich glaube, wir haben das Projekt ganz gut
00:56:44: abgebildet, oder? Ja, doch. Vielleicht Sandra, Wunschvorstellung von dir als Lehrerin, als Konrektorin,
00:56:53: wo könntest du denn irgendwann hingehen? Ja, also die Wunschvorstellung, wir merken, dass wir einfach
00:57:03: von den Ressourcen sehr knapp sind im pädagogisch-psychologischen Bereich. Also wir haben jetzt glücklicherweise
00:57:08: einen Schulsoziapädagoge, den wir teilen mit einer anderen Schule. Wir würden uns natürlich wünschen,
00:57:13: mehr in dieser Arbeit noch mehr Ressourcen zu haben, weil ich werde jetzt in diesem Team, dass
00:57:20: ich mit der Thematik näher befasst und die Lehrkräfte haben dafür keine Stunden. Das machen
00:57:25: die wirklich alles in ihrer Freizeit, was ich ganz toll finde und auch sehr wertschätze, sehr tolle
00:57:31: Arbeit. Aber wir bräuchten einfach auch Ressourcen dafür Stunden, die wir eben da auch einsetzen
00:57:36: könnten, um das noch mittelangfristig auf breitere Beine zu stellen. Wir möchten auch gerne, wenn wir
00:57:43: Prävention machen, auch parti, also Schüler mit einbinden, die Gedanken der Schüler, die Schüler,
00:57:48: also ich denke von Schülerinnen für Schüler, das erreicht die Schüler vielleicht noch mehr,
00:57:52: den Zugang da suchen, aber das ist alles natürlich mit sehr viel Zeit verbunden und wir haben viele
00:57:58: Ideen, aber das Ganze geht natürlich nur langsam voran, weil wir einfach, wie gesagt, die Zeit
00:58:03: nicht noch so in der Form nicht haben, die wir gerne hätten. Klar, das ist toll, wenn man engagiert,
00:58:09: dass man einfach nicht immer alles in der Freizeit machen. Also ich verstehe das, muss ja auch
00:58:13: noch irgendwann den Unterricht vorbereiten für den nächsten Tag oder die nächste Woche. Es war
00:58:18: mir eine Ehre, dass ihr beide heute da wart. Lizzy, wir hören uns wieder, wir werden nämlich in
00:58:23: unsere nächsten Podcast-Folge über ein Thema sprechen, das dir glaube ich auch sehr am Herzen
00:58:26: liegt, wo du promoviert hast, wo du dein Doktor gemacht hast, ich wiederhole das gerne noch ein
00:58:32: paar mal, ich finde das beeindruckend. Wir reden über Angehörige. Das haben wir schon mal angerissen
00:58:39: in den ersten Folgen. Wir werden jetzt auch noch mal ein bisschen tiefer reingehen. Vielleicht magst du
00:58:44: in zwei Sätzen, wenn das überhaupt geht, uns ganz kurz erzählen, worüber wir in unserer nächsten
00:58:49: Folge sprechen werden. Ja, gerne. Also tatsächlich ist es so, dass wir ja in dem Projekt bis jetzt
00:58:55: immer über Betroffene selbst gesprochen haben, was ganz, ganz wichtig ist, was aber nicht vergessen
00:59:01: werden darf, ist eben, dass auch unsere Patienten, unsere Betroffenen Menschen auch ein soziales
00:59:07: Umfeld haben und auch mit dem sozialen Umfeld macht natürlich die Diagnose, Pedophilie oder
00:59:13: Hebefilie ganz viel und das war eben dann auch das Thema meiner Doktorarbeit, dass ich Angehörige,
00:59:21: vor allen Dingen in meiner Diess, habe ich eben Partnerinnen befragt und Partner, wie es denen
00:59:28: damit geht und auch welche Bedürfnisse darüber dann entstehen, also vielleicht zu sprechen,
00:59:34: Unterstützung zu kriegen, Informationen und gleichzeitig eben auch welche Ängste,
00:59:39: welche Nöte entstehen und das war, das ist eben so das Thema, über das wir dann auch sprechen
00:59:43: werden. Ich freue mich drauf. Ich danke euch da draußen auch allen fürs Zuhören. Es hat mir
00:59:49: wieder sehr viel Spaß gemacht. Ich hoffe euch auch, falls es Fragen, Anregungen oder Kritik gibt,
00:59:53: immer gerne an uns schicken. Kontaktmöglichkeiten, wie gesagt, steht alles in den Show-Notes,
00:59:57: der einzelnen Podcast-Folgen drin auch noch mal ganz wichtig. Der Hinweis, wenn ihr selbst denkt,
01:00:02: dass ihr irgendeiner Form von Pedophilie, Hebefilie oder Co. betroffen seid,
01:00:06: egal ob Opfer oder Täter auch dort in den Show-Notes stehen, die entsprechenden Kontaktmöglichkeiten,
01:00:12: wo ihr euch hinwenden könnt. Und wenn es euch gefallen hat, lasst gerne noch eine positive
01:00:17: Rezession da. Damit beende ich jetzt die Podcast-Folge. Wir haben nicht ganze Stunde geschafft, aber
01:00:21: vielleicht beim nächsten Mal. Kein Täter werden, ein Leben mit Pedophilie, der Podcast.
01:00:29: [Tutus]
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